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Brauerei-Gasthof Hotel Post ***Superior
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Mönch
Mönch
Brauerei-Gasthof Hotel Post ***Superior › Post-Brauerei

Der Mönch und das Bier

Bereits die Mönche verstanden ihr Geschäft und ließen sich zu Fastenzeiten die Krüge fünfmal füllen.

"Liquida non frangunt ieiuneum"
"Was flüssig ist, bricht kein Fasten",

sagten die Mönche, wenn sie den Kannen mit kräftigem, braunen Bier zur schmalen Fastenkost leerten.
Damit die Männer unter dem Krummstab nicht von Kräften kamen, ordneten weise Äbte an, dass ihnen die Krüge an Tagen, an denen Fleisch und Wein von der Tafel verbannt wurdem, fünfmal gefüllt würden.

Es waren die schweizer Benediktiner von denen die Mönche der zahlreichen süddeutschen Klöster manches zur Verbesserung des Bieres lernten. Von dort mag auch die Kunde vom gehopften Bier zu uns gekommen sein. Der leicht bittere Geschmack des Hopfens behagte den Mönchen und die Wahrnehmung, dass er das Bier haltbar machte, war die wichtigste Erkenntnis in der Frühgeschichte des Brauwesens.

Nun wären die Klosterbrauereien in Bayern aber ohne jede Bedeutung geblieben, hätten sich die Mönche streng an jede Regel gehalten, die den Klerikern den Betrieb von Schänken verbot. Wurde ursprünglich auch nur für den, allerdings erblichen, eigenen Bedarf gebraut, so änderte sich das, als die Klöster aufhörten allein Stätten der Erbauung und besinnlichen Gelehrsamkeit zu sein und in zunehmendem Maß Herberge und Asyl für Freunde und Bedrängte zu werden. Es entstanden Klostertrinkstuben, in den denen jeder, der Geld hatte soviel trinken konnte, als ihm wohl bekam. Den Armen aber wurde der Trank nach wie vor für ein "Vergelt`s Gott" gereicht. Allerdings gingen die des Kalkulierens nicht unkundigen Pater bald dazu über, an der Klosterpforte ein dünnes "Conventbier" auszuschenken und für sich selbst das starke, gehaltvolle "Pater- oder Herrenbier" zu brauen.

Auf diese Weise war der frommen Regel Genüge und dem Klosterschatz kein Abbruch getan.
Durch die Jahrhunderte ist "Convent" ein Schimpfwort für "dünnes Bier" geblieben. Und das zu Recht. Mitunter muss das Klosterbier nämlich ein arg trübseliges Gesöff gewesen sein und mit dem Malz sparte man häufig mehr, als Gott gefällig sein konnte. Trotz aller Klagen über den mageren "Convent" hatten die Klosterdiener aber ganz allgemein einen besseren Ruf, als die gewerblichen Brauer.

Es bleibt auch der unbestrittene Verdienst der Mönche, dass sie die Brautechnik entscheidend verbesserten und vor allem dem Hopfen- und Gerstenanbauer ihre Fürsorge angedeihen ließen. Wiederum genossen sie manchen Vorteil gegenüber ihren weltlichen Kollegen: sie durften auch dann brauen, wenn es anderwo wegen Missernten udn Teuerungen verboten war. Ihre Sudhäuser unterlagen keiner Kontrolle und beim Einzug des Bierzines verfuhr man mit ihnen alle Zeit milde.

Die Brauer in den Städten und Märkten haben die Klöster stets mit scheelen Augen beobachtet und dabei allzu gern übersehen, dass der bayerischen Brauwirtschaft von dort aus viel Gutes zugewachsen war.
"Gott ist auch im Keller" sagten die frommen Männer und ließen es sich nicht anfechten, dass dem Bier aus der Überlieferung der Makel eines heidnischen Getränkes anhaftete.